
Die vernetzten Geräte nehmen in französischen Haushalten zu, von sprachgesteuerten Glühbirnen bis hin zu Überwachungskameras, die über ein Smartphone zugänglich sind. Diese Expansion geht mit einem sich wandelnden europäischen Regelungsrahmen einher: Der Cyber Resilience Act wird ab dem 11. September 2026 die Hersteller verpflichten, innerhalb von 24 Stunden jede aktiv ausgenutzte Schwachstelle ihrer digitalen Produkte zu melden.
Der AI Act, der seit Februar 2025 in Kraft ist, verbietet bereits bestimmte Anwendungen von Künstlicher Intelligenz, die als unvertretbares Risiko gelten. Das vernetzte Alltagsleben beschränkt sich nicht mehr nur auf die Auswahl des richtigen Gadgets, sondern umfasst auch das Verständnis dessen, was im Hintergrund geschieht.
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Cyber Resilience Act: Was die europäische Regulierung für Ihre vernetzten Geräte ändert
Die meisten Kaufberatungen verschweigen eine entscheidende Tatsache: Ab dem 11. Dezember 2027 kann ein digitales Produkt nicht mehr das CE-Zeichen erhalten oder in der EU verkauft werden, wenn es den Cyber Resilience Act nicht einhält. Cybersicherheit wird eine obligatorische Komponente, ebenso wie die elektrische Sicherheit.
Für die Verbraucher bedeutet dies, dass die Hersteller standardmäßig OTA-Sicherheitsupdates (over-the-air), ein strukturiertes Schwachstellenmanagement, ein Software-Inventar (SBOM) und eine sichere Konfiguration bereits bei der Entwicklung integrieren müssen. Der Kauf eines vernetzten Geräts nach diesem Stichtag bietet grundsätzlich eine viel solidere Schutzbasis als heute.
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Die vorgesehenen Sanktionen können bis zu 15 Millionen Euro oder 2,5 % des weltweiten Umsatzes des Herstellers betragen. Dieses Strafniveau, das mit dem der DSGVO vergleichbar ist, zwingt die Marken bereits dazu, ihre internen Prozesse zu überdenken. Unter den High-Tech-Tipps von Geekette und Greluche findet sich auch diese wachsende Aufmerksamkeit für die Sicherheit alltäglicher Geräte.
Bis zur vollständigen Inkraftsetzung ist es nützlich, zu überprüfen, ob der Hersteller Ihres Geräts regelmäßig Sicherheitsupdates veröffentlicht und wie lange er sich dazu verpflichtet. Ein vernetztes Gadget ohne Software-Support wird zu einem potenziellen Einstiegspunkt in Ihr Heimnetzwerk.

Integrierte Künstliche Intelligenz: Die durch den AI Act gesetzten Grenzen verstehen
Der AI Act, die europäische Verordnung zur Künstlichen Intelligenz, strukturiert die Anwendungen von KI in mehrere Risikostufen. Seit Februar 2025 sind Praktiken, die als unvertretbares Risiko gelten, in der Europäischen Union verboten. Dazu gehören insbesondere Systeme zur subliminalen Manipulation, solche, die Schwachstellen im Zusammenhang mit Alter oder Behinderung ausnutzen, die soziale Bewertung durch öffentliche Stellen und die biometrische Gesichtserkennung in Echtzeit im öffentlichen Raum (außer in geregelten Ausnahmen).
Für einen Nutzer eines vernetzten Lautsprechers oder einer intelligenten Kamera gehen die Erfahrungen vor Ort auseinander: Einige Geräte integrieren lokale Gesichtserkennung, ohne Daten zu übertragen, während andere die Datenströme an entfernte Server senden. Der AI Act unterscheidet nicht die Leistung des Prozessors, sondern die endgültige Nutzung des Systems, was die Auswertung der Produktdatenblätter manchmal unzureichend macht.
Die im Regelwerk vorgesehenen Transparenzpflichten verlangen von Anbietern von Hochrisiko-KI, dass sie die Funktionsweise ihrer Algorithmen dokumentieren. In der Praxis fallen nicht alle gängigen Sprachassistenten in diese Kategorie, aber die Grenze bleibt für einige hybride Anwendungsfälle (Verhaltensanalyse, Erkennung von Anomalien im Haushalt) unklar.
Überprüfungsfragen vor dem Kauf eines Geräts mit integrierter KI
- Findet die Datenverarbeitung lokal auf dem Gerät oder über einen entfernten Server statt? Eine lokale Verarbeitung reduziert die Exposition gegenüber Datenlecks.
- Gibt der Hersteller den genauen Zweck der integrierten KI und die gesammelten Daten an? Ein vages Datenblatt zu diesem Punkt ist ein Warnsignal.
- Gibt es eine Option, die Funktionen der automatischen Analyse zu deaktivieren, ohne die Grundfunktionen des Geräts zu verlieren?
Das Heimnetzwerk sichern: Technische Maßnahmen, die oft vernachlässigt werden
Die Anzahl der vernetzten Geräte in einem Haushalt zu erhöhen, bedeutet, die potenziellen Zugangspunkte zu Ihrem Wi-Fi-Netzwerk zu vervielfachen. Kaufberatungen listen gerne die Gadgets auf, die man besitzen sollte, seltener jedoch die Netzwerkschutzmaßnahmen, die vor dem Anschließen umgesetzt werden sollten.
Ein separates Wi-Fi-Netzwerk für vernetzte Geräte zu erstellen bleibt die effektivste und am wenigsten angewandte Maßnahme. Die meisten modernen Internet-Router ermöglichen die Konfiguration einer zweiten SSID, die speziell dafür vorgesehen ist. Die Smart-Home-Geräte verbinden sich damit, isoliert vom Hauptnetzwerk, über das Ihre Bankdaten, E-Mails und Arbeitsdokumente übertragen werden.
Ein weiterer selten angesprochener Punkt ist das Standardpasswort der Administrationsoberfläche des Routers selbst. Es gleich bei der Installation zu ändern, verhindert, dass ein kompromittiertes Gerät im Netzwerk auf die Router-Konfiguration zugreifen kann.
Netzwerkkonfigurations-Checkliste für einen vernetzten Haushalt
- Aktivieren Sie die WPA3-Verschlüsselung, wenn der Router dies unterstützt, mindestens WPA2-AES. Ältere Protokolle (WEP, WPA-TKIP) sind seit Jahren anfällig für bekannte Angriffe.
- Deaktivieren Sie WPS (Wi-Fi Protected Setup), dessen Sicherheitsanfälligkeiten dokumentiert und mit zugänglichen Werkzeugen ausnutzbar sind.
- Aktualisieren Sie die Firmware des Routers und der vernetzten Geräte, sobald ein Patch verfügbar ist, ohne auf die automatische Benachrichtigung zu warten, die nicht immer eintrifft.
- Überprüfen Sie regelmäßig die Liste der mit dem Netzwerk verbundenen Geräte über die Administrationsoberfläche des Routers, um unbekannte Geräte zu identifizieren.

Hausratversicherung und vernetzte Geräte: Ein vertragliches Blindfeld
Die klassischen Hausratversicherungsverträge decken materielle Güter gegen Diebstahl oder Wasserschäden ab. Die verfügbaren Daten lassen nicht den Schluss zu, dass alle Verträge Schäden durch einen Cyberangriff auf ein vernetztes Gerät (gehackter Thermostat, der zu einem übermäßigen Energieverbrauch führt, kompromittierte Kamera, die private Bilder überträgt) abdecken.
Wenig Standardverträge erwähnen explizit vernetzte Geräte in ihren Garantien. Einige Versicherer bieten spezifische Erweiterungen an, aber der Schutz variiert stark von Vertrag zu Vertrag. Vor der Ausstattung eines Haushalts mit Smart-Home-Technologie sollte man die Ausschlussklauseln des Hausratvertrags erneut durchlesen, um zu vermeiden, dass man ein Blindfeld im ungünstigsten Moment entdeckt.
Die Frage stellt sich auch für die virtuellen Güter, die mit diesen Geräten verbunden sind: Softwarelizenzen, integrierte Cloud-Abonnements, Daten, die auf Servern Dritter gespeichert sind. Im Gegensatz dazu bleibt die Bewertung dieser immateriellen Elemente im Schadensfall schwierig, was jede Entschädigungsforderung kompliziert.
Der europäische Regelungsrahmen, der sich zwischen Cyber Resilience Act und AI Act entwickelt, wird wahrscheinlich in den kommenden Jahren eine Klärung dieser vertraglichen Grauzonen erzwingen. Für den Moment bleibt die Überprüfung des Schutzes Ihrer vernetzten Geräte bei Ihrem Versicherer eine individuelle Maßnahme, die jeder ausgestattete Haushalt ergreifen sollte.